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Nähen mit Leder – Projekt Babyschuhe mit Stickerei

Schwere Materialien wie Leder verursachen beim Nähen oft erst einmal Hemmungen. Nicht jede Nähmaschine kann Leder nähen. Ich würde sogar behaupten, dass Haushaltsmaschinen generell nicht für die ständige Verarbeitung von Leder geeignet sind. Doch dünne Varianten von 2-3 mm können schon mal vernäht werden und das macht viel Spaß – vor allem wenn dabei kleine süße Lederschühchen herauskommen…

Diese Hilfmittel erleichtern beim Verarbeiten von Leder das Leben:

  • Wonderclips an Stelle von Stecknadel
  • Textilkleber zum Fixieren
  • Ledernaden für die Nähmaschine
  • Nähmaschinenfüßchen mit Gleitsohle oder alternativ Backpapier

Bei Leder ist es wie mit allen neuen Materialien unter der Nähmaschine: immer erst einmal auf einem Reststück ausprobieren. Danach muss möglicherweise die Fadenspannung etwas korrigiert werden.

Ledernadeln besitzen im Gegensatz zu den Universalnadeln eine richtige Schneide, mit der sie gut durch das Leder kommen. Deswegen ist eine Ledernadel für die Nähmaschine auf jeden Fall ein Muss.

Mit Stecknadeln zu fixieren ist bei Leder aus zwei Gründen nicht ratsam: 1. macht man sich Löcher in das Leder und 2. bricht man sich fast die Finger ab. Wonderclips sind kleine Klammern aus Plastik, die es in verschiedenen Farben zu kaufen gibt. Nicht nur bei Leder sind sie eine tolle Alternative zu Stecknadeln, auch bei SnapPap, Wachstuch, etc.

Applikationen aus Leder kann man nicht wie gewöhnlich festbügeln. Hier hilft Textilkleber aus: mit wenigen Tropfen ist die Applikation fixiert – kurz antrocknen lassen und dann absteppen.

Zum Nähen eignet sich am besten ein Nähfuß mit einer Gleitsohle, wie z.B. der Geradstichfuß #53 von Bernina. Dieser Fuß ermöglicht es gut über schlecht gleitende Materialien zu nähen.
Eine Alternative ist ein Stück Backpapier, dass unter das Füßchen beim Nähen mitgeführt wird. Mit Hilfe des Papiers kann die Nähmaschine das Leder auch gut transportieren.

Nähprojekt: Lederschuhe für Babys

Mein letztes Lederprojekt an meiner Bernina waren kleine Schühchen für meinen Sohn. Ich habe gleich verschiedene Dinge ausprobiert: das Applizieren von Leder mit Hilfe des Textilklebers und dem speziellen Nähfuß, und das Sticken mit dem BSR von Bernina.
Für letzteres habe ich zuerst eine kleine Probe gemacht und mir die Stichbildung angeschaut. Alles sah prima aus.

Dann habe ich mein Motiv vorgezeichnet – und hier kommt eine kleine Warnung an alle: der Trickmarker von Prym ist nicht für Leder geeignet!!!
Natürlich habe ich den Stift ebenfalls getestet, aber leider viel zu schnell wieder abgewischt um zu merken, dass die Farbe angetrocknet nur schwer wieder abgeht. Ich hatte leider ein Aceton zur Hand. Das hätte bestimmt gewirkt. Mit meinem acetonfreien Nagellackentferner hat es dann auch funktioniert.

Solche Momente sind ganz normal, wenn man etwas Neues ausprobiert. Zum Glück musste ich das Leder nicht wegschmeißen und von vorne beginnen.

Ich bin mit dem Ergebnis der Schuhe sehr zufrieden. Jetzt bekommt meine Nähmaschine erst einmal wieder eine Lederpause und dann werde ich mich an das nächste Projekt wagen. Eine Tasche mit Lederdetails würde ich sehr gerne mal wieder nähen.

 

Stempeln, Nähen und Sticken gegen Novemberblues

diygegennovemberblues

Die Novembertage sind ja nun zum Glück schon gezählt und beim DIY gegen Novemberblues konnten wir uns jeden Tag neu inspirieren lassen, wie man der trüben Laune entkommen kann.
Besonders beeindruckt hat mich Mareikes Projekt von rundherumblog. Sie hat schöne Muster mit einer einfachen Siebdrucktechnik auf Stoff gebracht. Das muss ich auch unbedingt probieren.

Gestern hat uns Katharina von greenfietsen gezeigt, wie man ein schönes Gute-Laune -Kissen näht und morgen endet der November dann wieder bei der lieben Dorthe von lalala-patchwork. Sie hat das tolle Projekt „DIY gegen Novemberblues“ ins Leben gerufen.

In meinem Beitrag zeige ich Euch das Ergebnis einer meiner Lieblingsbeschäftigungen. Dabei handelt es sich um das Zusammenspiel von verschiedenen kreativen Techniken, um eine textile Fläche zu gestalten.

Kurz um: Bei diesem Projekt sammeln sich auf dem Arbeitstisch alle möglichen Materialien und Werkzeuge. Am Ende sieht es dann vielleicht etwas sehr nach Chaos aus, weil diverse Kisten geöffnet zu Füßen stehen und Garnrollen wild umherfliegen. Egal, Licht aus und Tür zu!

kreativtechniken Geschirrhandtuch-titelbild1

Mein Ergebnis ist ein Geschirrhandtuch, dass dann im nächsten Monat wohlmöglich direkt unter den Weihnachtsbaum wandern wird…

Stempeln, Nähen und Sticken…nur drei Ideen von vielen

Es gibt viele Wege Stoffe oder auch Papier zu gestalten. Ich habe mich für Drucken, Applizieren, Maschinensticken und Handsticken entschieden. Als Grundlage habe ich einen einfarbigen Stoff aus Baumwolle und Leinen verwendet. Leinen ist optimal für ein Geschirrhandtuch.

Zurück zum Chaos:
Meine Idee war es, mich nicht an eine bestimmte Vorstellung oder einen Entwurf zu halten, sondern beginnend mit einer Technik, das Bild entstehen zu lassen. So konnte ich während des Arbeiten fantasieren, ohne mich selbst einzuschränken. Klingt ein wenig wie Therapie und fühlt sich auch so an.

Stempeln auf Stoff

Material:

  • Stempel
  • Stempelfarbe, Stoffmalfarbe
  • ggf. Farbrolle
  • Unterlage

Letztes Jahr zu dieser Zeit habe ich begonnen Stempel mit Hilfe von Linolwerkzeug und Softcut-Platten selbst herzustellen. Dafür eignen sich diese langen Abende besonders gut. Die fertigen Stempel sind vielseitig einsetzbar.

kreativtechniken-stempel
Die Farbe wird auf den Stempel gebracht und dieser auf einer glatten Unterlage fest auf den gewaschenen Stoff gedruckt. Wenn die Farbe getrocknet ist, wird sie mit dem Bügeleisen fixiert.

Sticken mit der Nähmaschine

Material:

  • Nähmaschine mit Freihandstickfuß
  • Nähgarn
  • Stickvlies für die Rückseite
  • Markierstift für das Motiv

Das Motiv muss ja nicht unbedingt komplett frei sein. Es ist schon sehr hilfreich sich vorher Proportionen etc. auf den Stoff zeichnen zu können. Das klappt sehr gut mit dem herauswaschbaren Trickmarker von Prym.
Das Stickvlies wird großzügig zugeschnitten und unter die Näharbeit gelegt. Später kann es wieder abgerissen werden. Für den Nähvorgang ist es dennoch wichtig, denn sonst zieht sich der Stoff beim Nähen zusammen.

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Bevor es losgeht muss der Transporteur der Nähmaschine abgesenkt werden. So bewegt sich der Stoff jetzt frei und man kann quasi „zeichnen“.

kreativtechniken-blaetter-maschinenstickerei-details

 

Applizieren auf Stoff

Material:

  • Stoffreste
  • Vliesofix oder Steam-a-Seam
  • Bügeleisen
  • Schere
  • Stickvlies

Auf die Rückseite der Stoffreste wird großzügig das Vliesofix oder Steam-a-Seam gebügelt. Dann wird das Motiv spiegelverkehrt auf die Rückseite gebracht und ausgeschnitten. Die Folie muss entfernt und das Motiv auf dem Hauptstoff positioniert werden. Jetzt wird es mit viel Hitze festgebügelt.

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Da bügeln in der Regel nicht ausreicht, müssen die Applikationen noch festgenäht werden. Dafür habe ich wieder den Freihandstickfuß verwendet. Das Stickvlies darf auch hier nicht fehlen.

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Sticken mit der Hand

Material:

  • Stickgarn
  • Sticknadeln
  • Stickrahmen
  • Schere

Weg von der Nähmaschine, ran an den Ofen…Beine hoch und losgestickt!
Das Besticken von kleinen Teilen des Bildes macht das gesamte Werk plastischer und aufregender. Ich mag vor allem auch dieses Aussehen von „Handgemacht“.
Der Knötchenstich, den ich verwendet habe, nennt sich „French Knot“. Bei Pinterest findet ihr tolle bebilderte Anleitungen zu diesem und andere Stiche. So lernt man schnell etwas Neues.

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kreativtechniken-french-knot

Zu guter Letzt wird noch eine kleine Borte angenäht,dann alle vier Seiten umgebügelt und abgesteppt und ein Aufhänger angebracht.
Aus einer solchen Arbeit kann natürlich so allerhand entstehen: Kissenhüllen, Täschchen, Decken,…

Das hat viel Spaß gemacht und da steckt viel Liebe drin. Perfekt also, um es in Geschenkpapier zu verpacken…

Ich wünsche Euch eine schöne Weihnachtszeit mit vielen kreativen Glücksmomenten!

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Applizieren mit dem Stitch-Regulator

Ich besitze meine Bernina nun schon ein paar Monate, aber ich habe noch längst nicht alles an ihr entdeckt. Die Maschine hält immer noch mal eine Überraschung parat, wie zum Beispiel den
Stitch-Regulator.
Als Geschenk für meinen zukünftigen Neffen habe ich eine kleine Hose aus Cord genäht und ein Eichhörnchen darauf appliziert.

Eichhörnchen Applikation mit dem BSR

Applizieren mit dem Stitch-Regulator

Normalerweise appliziere ich immer mit einem Zickzackstich oder einfach mit dem Geradstich.
Ich benutze dann viel den Rückwärtsgang und muss den Stoff ständig drehen.
Dieses Mal habe ich mich stattdessen an das Füßchen der Bernina gewagt, das seperat in einem kleinen Metallkästchen mitgeliefert wurde: der Bernina Stitch- Regulator kurz: BSR.

Applizieren mit dem Stitch-Regulator

Dieser Fuß ermöglicht es mir Freihand zu nähen in alle Richtungen, also ohne das die Maschine den Stoff transportiert.
Das fühlt sich am Anfang schon etwas merkwürdig an und benötigt ein wenig Übung, bis man den Stoff auch gleichmäßig führen kann. Aber dann ist es wirklich einfach die vielen kleinen Häarchen zu sticken und macht viel Spaß!
Natürlich habe ich trotzdem eine kleine Ewigkeit gebraucht, bis alle Haare gestickt waren. Aber das liegt vor allem an meiner Projektwahl und meinem Ergeiz.

Wie ich genau vorgegangen bin erkäre ich in meinen Bernina-Beitrag. In dem Beitrag findet ihr auch einen Link zu einem Youtube-Video und könnt euch anschauen, wie der Fuß funktioniert.

Eichhörnchen-Applikation mit dem BSR
Ich konnte es nicht abwarten und habe meiner Schwester die Hose bereits zu ihrem Geburtstag geschenkt. Sie hat sich riesig gefreut und das ist das beste an dem ganzen Projekt!